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Stockholm - Auto-Maut spaltet Bevölkerung
 
Die schwedische Hauptstadt hat Anfang Januar eine Straßenmaut eingeführt. Die Lastwagenfahrer sind zufrieden – sie haben jetzt freie Fahrt. Brummilenker Stefan Olofsson ist sich sicher: „Wenn das so weitergeht, ist die Maut wirklich wunderbar. Es ist viel einfacher voranzukommen.

Früher gab es viele Stellen an denen ich knapp vorbeigekommen bin“, sagt er und füllt im Stockholmer Stadtteil Vasastan den Inhalt eines Papier-Recycling Containerns in den Bauch seines großen Lastwagens. Weniger Verkehr bedeutet weniger Stress – und dass die Maut in den ersten Versuchswochen den Verkehr in die Innenstadt tatsächlich mit zwischen 15 und 36 Prozent vermindern konnte, bestätigen die Behörden. Langfristig rechnet das schwedische Straßen-Amt „Vägverket“ mit einer Minderung von rund 15 Prozent. Genau dass war es, was die Grünen als kleiner Koalitionspartner erreichen wollten. Sie machten die Maut sogar zur Bedingung einer Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten von Ministerpräsident Göran Persson.

Als Vorbild dienten die Städte London und Oslo. Anders als in anderen Ländern, ist die Stockholmer Maut aber eine Reichsangelegenheit und die Einnahmen gehen, statt in die Kommune, direkt als Steuer in die Kasse des Finanzministers. Nicht alle sind so begeistert von der Maut wie Grüne und Lastwagenfahrer. Vor allem Bewohner der Vororte empfinden die Abgabe, die je nach Tageszeit bis zu einer Tagesobergrenze von 60 Kronen (6,17 Euro) geht, als sozial ungerecht.

Obwohl bereits 400 Millionen Euro in das Projekt gesteckt wurden, können die Stockholmer mit einer Volksabstimmung in rund sieben Monaten die Maut einfach wieder abschaffen. Und die Anzahl der Gegner ist bisher groß. Ein wichtiger Kritikpunkt ist, dass der Abgabengürtel sich nur um die Innenstadt legt. Wer privilegiert genug ist, um in der teueren Innenstadt zu wohnen, hat...
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01.02.06 12:00
 
Quelle: http://focus.msn.de/hps/fol/newsausgabe/newsausgabe.htm?id=24381
 

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