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Neuer Gas-Job - Ausland entsetzt über Schröder
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Nicht nur hierzulande macht sich der Altkanzler unbeliebt, die ausländische Presse findet den Pipeline-Job skandalös und geradezu widerwärtig.
Die amerikanische Tageszeitung The Washington Post kommentierte am Dienstag unter dem Titel Gerhard Schröders Ausverkauf den Wechsel des Alt-Bundeskanzlers vom Kanzleramt in den Aufsichtsrat der deutsch-russischen Pipeline-Gesellschaft für die Ostsee-Pipeline: Es ist für einen Politiker eine Sache, seinen Job abzugeben und für ein Unternehmen zu arbeiten, über dessen wirtschaftliche Entwicklung er einst mitzuentscheiden hatte. Aber es ist etwas ganz anderes, wenn der Bundeskanzler Deutschlands eine der weltgrößten Volkswirtschaften seinen Job abgibt und dann für eine Firma arbeitet, die von der russischen Regierung kontrolliert wird und die eine Gas-Pipeline durch die Ostsee bauen will, und er das Projekt in seinem Amt noch auf Weg gebracht hat. Die Entscheidung wurde noch widerwärtiger, als herauskam, dass der Vorstandschef des Pipeline-Konsortiums kein Geringerer wird, als ein ehemaliger ostdeutscher Stasi-Mitarbeiter, der mit dem russischen Präsidenten gut befreundet war, als Wladimir Putin noch KGB-Agent in Ostdeutschland war.
Wir können nur hoffen, dass die außerordentliche Nachricht für die neue Kanzlerin Angela Merkel Grund genug ist, eine neue deutsche Russland-Politik zu beginnen eine, die auf etwas anderem aufbaut, als den Privatinteressen von Schröder. Die römische Zeitung La Repubblica sieht einen Riesenskandal um den Altkanzler und kommentierte weiter:Die Pipeline wird die deutsche Wirtschaft und die deutschen Banken dreimal mehr kosten als wenn sie durch die baltischen Staaten und Polen geführt hätte. Aber Moskau wollte, dass die Pipeline die ehemaligen Sowjetsatelliten umgeht, um diese für ihre Politik der Europa-Freundlichkeit und Transatlantik-Freundlichkeit zu bestrafen. Die Regierung der Großen Koalition von Angela Merkel, die zu korrekteren Beziehungen und einer nicht arroganten Politik gegenüber den Nachbarstaaten entschlossen ist, erbt nun von der Regierung Schröder ein echtes Imageproblem. Die liberale polnische Zeitung Gazeta Wyborcza schrieb: Indem er nur wenige Wochen nach dem Abtritt vom Kanzleramt zu einem Unternehmen geht, dessen Chef ein ehemaliger Stasi-Agent ist, und dessen wirklicher, wenn auch verborgener Vorsitzender des Aufsichtsrats auf russischer Seite Putin...
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